Herr Nakano und die Frauen

Herr Nakano und die Frauen
Außer dir hatte ich nur meinen Hund, und der ist jetzt tot“, gesteht der scheue Takeo seiner Hitami. Und dieser Satz zeugt zugleich von der ungelenken wie zarten Art und Weise, in der Takeo seine Gefühle äußert. Zusammen mit Hitami, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, arbeitet der junge Japaner im Trödelladen von Herrn Nakano. Während der alltäglichen Zusammenarbeit beginnen die drei, sich langsam und vorsichtig näher zu kommen, denn dafür lässt der Trödelladen den Akteuren viel Zeit. Zwar werden lastwagenweise Ankäufe getätigt, doch an vielen Tagen verirren sich nur wenige Kunden in das Geschäft.

Nach dem Debüterfolg Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß ist nun die zweite Liebesgeschichte von Hiromo Kawakami auf Deutsch erschienen. Darin fügt die Autorin ohne jegliche Hektik aus zahlreichen, teils wie beiläufig beobachteten Details ein Bild vom Leben der Belegschaft und einiger Stammkunden in dem Laden in einem Tokioter Studentenviertel. Selbst wenn der Besitzer niedergestochen wird, kann die blutige Tat die Ruhe in diesem Mikrokosmos nicht wirklich stören.

Gefühle lässt die Autorin die Liebenden weitgehend verbergen, auch an die Körperlichkeit tastet sich Kawakami nur mit Umschweife heran. Leser erfahren, was Sex und Digitalkameras gemein haben oder warum eine Telefonoffensive das höchste der Gefühle zu sein scheint. Hitomi wiederum erfährt, dass die Sehnsucht nach Liebe dann besonders stark empfunden wird, wenn niemand da ist, der diesen Drang stillt. Dann macht auch noch der raue Wind des Lebens vor Nakanos Trödelladen nicht mehr länger Halt, und die Zeichen der Zeit hinterlassen in dieser Oase der Ruhe ihre deutlichen Spuren.
– Herwig Slezak

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Kundenmeinungen

von A17TLNPO1XGOSD
Wer Haruki Murakami, so z.B. Naokos Lächeln: Nur eine Liebesgeschichte - Roman, mag, sollte Hiromi Kawakami nicht lesen - zumindest nicht dieses Buch.
Ohne Takt- und Spannungsgefühl, ohne sprachliche Höhen, ohne erzählerischen Plan plätschert hier ein Nichts an Handlung, ohne Zweck, ohne Sinn, ohne Stimmung vor sich hin.
Nüchtern erzählen können skandinavische Autoren auch besser. Sehr schade.
 
von A3592C0EXGMREM
Nach "Der Himmel so weiß, die Erde so blau", mit dem Hiromi Kawakami auch bei uns den Durchbruch schaffte, musste ich ihr nächstes Buch haben. Leider war Herr Nakano eine echte Enttäuschung.
Nicht jedem gefällt die Art, wie die Autorin schreibt. In einfachen, oft zusammenhanglosen Sätzen (so scheint es im ersten Moment) gibt sie die ganze Gefühlspalette eines Menschen wieder. Ihre Charaktere Herr Nakano und Co. sind verschroben, seltsam, undurchschaubar und impulsiv, die Handlung im Buch kann aprubt abbrechen und woanders weiter zu gehen, um später wieder zurück zu kommen. Es ist verwirrend, verworren und wie die Personen darin undurchschaubar. Und dann wieder doch nicht verwirrend, sondern nur trivial und ermüdend. Im Vorgänger hat mich das Ganze nicht gestört, entstanden doch beim Lesen Gefühle. Hier konnten keine tiefen Empfindungen bei mir entstehen, mir war öde, die Handlung fesselte mich nicht. Apropo: Was für eine Handlung? 
von A25FZE2RKQKLO9
Ich musste mich anfangs etwas an den Schreibstil gewöhnen, fand ihn aber dann nach einigen Seiten sehr gut!
Eine wunderbare Liebesgeschichte, sicher eine der Besten, die ich in den letzten Jahren gelesen hab. Sehr gefühlvoll, aber keineswegs kitischig!
Ich habe dieses Buch auch schon öfters weiterempfohlen und es kam immer sehr gut an. 

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